Inhalt
- 1. Microsoft 365: Der Klassiker mit voller Bürosoftware
- 2. Google Workspace: Browser-first, einfacher Einstieg
- 3. Kosten im Vergleich
- 4. Datenschutz und DSGVO
- 5. Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- 6. Zwei typische Szenarien
- 7. Was bei einem Umstieg zu beachten ist
- 8. Aufwand realistisch einschätzen
- 9. Datenschutz und Speicherort
- 10. Kurz zusammengefasst
- 11. Unsere Empfehlung
Die Wahl zwischen Microsoft 365 und Google Workspace ist eine der wichtigsten IT-Entscheidungen für kleine und mittlere Unternehmen. Beide Plattformen sind leistungsfähig, unterscheiden sich aber erheblich in Ansatz, Stärken und Kosten.
Microsoft 365: Der Klassiker mit voller Bürosoftware
Microsoft 365 ist die verbreitete Wahl, besonders wenn vorhandene Office-Dokumente kompatibel bleiben müssen. Outlook, Word, Excel und PowerPoint sind etabliert und bieten offline volle Funktionalität. Teams als Kollaborationsplattform ist tiefgreifend integriert. Azure AD und Intune ermöglichen professionelles Gerätemanagement.
Google Workspace: Browser-first, einfacher Einstieg
Google Workspace ist cloud-native: Alles läuft im Browser, Zusammenarbeit in Echtzeit ist von Anfang an eingebaut. Die Oberfläche ist intuitiv, der Einstieg schnell. Besonders für Teams, die viel gemeinsam an Dokumenten arbeiten, ist Google Docs, Sheets und Slides stark. Einschränkung: Offline-Funktionalität ist begrenzt, komplexe Excel-Formeln und Makros laufen nicht in Google Sheets.
Kosten im Vergleich
Beide Anbieter rechnen pro Nutzer und Monat ab und staffeln ihre Tarife ähnlich: Einstiegstarife mit E-Mail und Speicher, mittlere Tarife mit voller Bürosoftware bzw. mehr Speicher und obere Tarife mit erweiterten Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen. Die Listenpreise liegen in vergleichbaren Bereichen und ändern sich regelmäßig, maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter. Bei Microsoft enthalten die höheren Tarife spürbar mehr Funktionen für Gerätesicherheit und Verwaltung.
Datenschutz und DSGVO
Beide Anbieter betreiben Rechenzentren in Europa und bieten DSGVO-konforme Auftragsverarbeitungsverträge. Microsoft ist in der deutschen Verwaltung und bei datenschutzrelevanten Berufen (Anwälte, Ärzte) generell weiter verbreitet und akzeptiert. Google Workspace hat in jüngster Zeit aufgeholt, aber historisch mehr Skepsis bei deutschen Behörden erzeugt.
Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- Arbeiten Kunden und Partner überwiegend mit Word- und Excel-Dateien?
- Nutzen Sie Fachsoftware, die Outlook oder Office-Makros voraussetzt?
- Arbeitet Ihr Team vorwiegend im Browser und auf unterschiedlichen Geräten?
- Wie wichtig ist zentrale Geräteverwaltung für Windows-Rechner?
- Welche Plattform kennen Ihre Mitarbeitenden bereits?
Mehrere Ja-Antworten bei den ersten beiden Fragen sprechen meist für Microsoft 365. Wer vor allem gemeinsam im Browser arbeitet und wenig klassische Bürosoftware braucht, ist mit Google Workspace oft schneller startklar. Beide Plattformen lassen sich datenschutzbewusst betreiben, wenn Konfiguration und Dokumentation stimmen.
Zwei typische Szenarien
Beispiel eins: Ein Steuerberatungsbüro tauscht täglich Excel-Dateien mit Mandanten aus, nutzt Fachsoftware mit Outlook-Anbindung und arbeitet überwiegend an Windows-Rechnern. Hier ist Microsoft 365 meist die naheliegende Wahl. Beispiel zwei: Eine junge Agentur arbeitet fast ausschließlich im Browser, auf Macs und Chromebooks, mit vielen gemeinsamen Dokumenten in Echtzeit. Hier spielt Google Workspace seine Stärken aus. Beide Plattformen sind gut; entscheidend ist, welche zur gelebten Arbeitsweise passt.
Was bei einem Umstieg zu beachten ist
- E-Mails, Kalender und Kontakte vollständig übertragen.
- Dateien inklusive Freigaben und Ordnerstruktur migrieren.
- E-Mail-Einstellungen der Domain (MX, SPF, DKIM) sauber umstellen.
- Mitarbeitende kurz schulen, besonders bei Wechsel der Bürosoftware.
- Alte Konten erst nach erfolgreicher Prüfung kündigen.
Aufwand realistisch einschätzen
Eine Neueinrichtung ist schnell erledigt. Ein Wechsel zwischen den Plattformen ist aufwendiger, weil Daten, Berechtigungen und Gewohnheiten mitwandern müssen. Für kleine Unternehmen dauert ein sauber geplanter Umzug meist wenige Tage, mit der eigentlichen Umstellung an einem Wochenende.
Datenschutz und Speicherort
Beide Anbieter bieten Unternehmenskunden einen Auftragsverarbeitungsvertrag und die Möglichkeit, Daten in Rechenzentren in der EU zu speichern. Microsoft hat mit der EU Data Boundary zugesagt, Kundendaten weitgehend innerhalb der EU zu verarbeiten. Google bietet Datenregionen in Workspace-Tarifen an. Für die Praxis wichtig sind die eigenen Einstellungen: Freigaben nach außen, Aufbewahrungsrichtlinien und MFA für alle Konten. Hier entscheidet sich, wie sicher die Daten tatsächlich sind.
Kurz zusammengefasst
- Microsoft 365: stark bei klassischer Bürosoftware und Windows-Umgebungen.
- Google Workspace: stark im Browser und bei gemeinsamer Echtzeitarbeit.
- Aktuelle Preise beim Anbieter prüfen, sie ändern sich regelmäßig.
- Die Arbeitsweise des Teams entscheidet, nicht die Liste der Funktionen.
Unsere Empfehlung
Wenn Sie stark in die Windows-Welt investiert sind, viele Desktop-Anwendungen nutzen und professionelle Verwaltungstools brauchen: Microsoft 365. Wenn Sie ein junges Team haben, das kollaborativ und mobil arbeitet, und wenig Legacy-IT mit sich bringen: Google Workspace. In der Praxis macht Microsoft 365 für die meisten deutschen KMU mehr Sinn.
Häufige Fragen
Kann man später noch wechseln?
Ja, ein Wechsel ist möglich, aber mit Aufwand verbunden: E-Mails, Kalender, Dateien und Berechtigungen müssen migriert und das Team umgewöhnt werden.
Lassen sich beide Plattformen kombinieren?
Technisch teilweise, im Alltag führt ein Mischbetrieb aber oft zu doppelter Pflege. Für kleine Unternehmen ist eine klare Entscheidung meist besser.
Welche Plattform ist datenschutzfreundlicher?
Beide bieten Verträge zur Auftragsverarbeitung und Einstellungen für den europäischen Datenschutz. Entscheidend ist die richtige Konfiguration im Unternehmen.
Kann man mit Google Workspace Word-Dateien bearbeiten?
Ja, Office-Dateien lassen sich öffnen und bearbeiten. Bei komplexen Formatierungen oder Makros kann es aber Abweichungen geben.
Welche Plattform ist besser für Geräteverwaltung?
Für Windows-Geräte bietet Microsoft mit Intune in passenden Tarifen umfangreiche Möglichkeiten. Google bietet ebenfalls Geräteverwaltung, besonders für Chromebooks und Smartphones.
Passende Leistung
Cloud & Server bei DigiVillage GmbH
Cloud, eigener Server oder Hybrid, ehrlich beraten.
Mehr erfahren